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Kahle Motorsport in der DRM 2008 – Rückblick auf die Debütsaison 12. November 2008 – 2 Podestplätze, 10 Bestzeiten, viele neue Fans und noch viel mehr Regen: Die Formkurve von Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann im Porsche 911 GT3 zeigte deutlich nach oben, auch wenn Petrus verhinderte, dass sich der Aufwärtstrend in den Ergebnislisten widerspiegelt. Die Chronik einer aufregenden Saison. Vier Wochen vor der Rallye Oberland stand hinter der Saisonplanung von Matthias Kahle nicht viel mehr als ein großes Fragezeichen und der Wunsch, die DRM-Saison mit dem eigenen Auto in Angriff zu nehmen. Ein Porsche 911 GT3 sollte es sein, so viel stand fest. Dann ging alles ganz schnell: Bei einem Telefonat mit seinem langjährigen Wüsten-Navigator Dr. Thomas Schünemann fiel die Entscheidung: Das Projekt „DRM 2008“ wird gestartet. Weniger als 30 Tage vor dem Startschuss zur Rallye Oberland stampfte Kahle gemeinsam mit Chef-Ingenieur Fredy Nowak sein eigenes Rallyeteam aus dem Boden. Als der weiße Porsche im Design des Sponsors HS – Hamburger Software GmbH & Co. KG über die Startrampe der Rallye Oberland rollte, hatten Kahle und Schünemann gerade einmal einen Testtag absolviert. „Der Porsche von der Oberland ist mit dem jetzigen Auto kaum noch zu vergleichen“, beschreibt Kahle. „Auf welligen Abschnitten war der GT3 sehr schwer zu beherrschen. Heute lässt sich der Porsche bei allen Bedingungen richtig gut fahren, vor allem in schnellen Sektionen ist das Handling des 911 wirklich perfekt.“ Trotz der kurzen Eingewöhnungszeit für Fahrer und Mechaniker erlebte das neue Team Kahle Motorsport / Hamburger Software eine nahezu fehlerfreie Rallye. Der Porsche 911 GT3 absolvierte die 152 WP-Kilometer wie ein Uhrwerk und lief auf Rang Acht ins Ziel ein. „Natürlich war unsere Geschwindigkeit bei der Oberland noch ausbaufähig. Aber ich finde es erstaunlich, dass nach nur dreieinhalb Wochen Vorbereitung alle Zahnräder ineinander gepasst haben, was die Zusammenarbeit angeht. Das habe ich so noch nicht erlebt.“ Die sechswöchige Pause bis zur Rallye Vogelsberg nutzte Kahle Motorsport zur Entwicklung des 911 GT3. Das neue Bilstein-Fahrwerk, mehr Federweg und eine weichere Abstimmung machten sich von Anfang an bezahlt: Auf dem schnellen Schottenring fuhren Kahle / Schünemann Bestzeit und übernahmen die DRM-Führung – bis ihnen das Wetter in die Quere kam. Starker Regen verwandelte die hessischen Asphaltpisten in ein schmieriges Geläuf. „Wir waren nur noch froh, das Auto heil ins Ziel zu bringen“, blickt Kahle zurück. „Mehr als Platz drei war für uns bei der Vogelsberg nicht drin.“ Nach dem Quantensprung zwischen der Oberland und der Vogelsberg reiste das Team Kahle Motorsport / Hamburger Software voller Euphorie nach Zwickau zur Sachsen-Rallye – und erlebte ein schwieriges Wochenende: eine falsche Reifenwahl, ein Plattfuß mit anschließender 40-Sekunden-Zeitstrafe, kleinere Fahrzeuge als Hindernisse auf der Strecke und zur Krönung ein bisschen Regen. „In Zwickau lief einfach alles gegen uns, das war schon frustrierend“, beschreibt Kahle. „Wir haben das Wochenende schnell abgehakt und zum Glück bereits beim nächsten Lauf gezeigt, dass wir unter Wert geschlagen wurden.“ Für Ablenkung sorgte der Ausflug zur Transorientale. Für die Marathonrallye von St. Petersburg nach Peking tauschten Kahle und Schünemann den Zuffenhausener Sportwagen gegen den knallroten Fast&Speed-Buggy ein. Mit Platz drei und zwei Tagesbestzeiten zeigte das HS RallyeTeam, dass mit den beiden Deutschen auf jedem Belag zu rechnen ist. Zurück in Deutschland stand die Eifel-Rallye auf dem Programm. Zur Veranstaltung in Daun verpasste Kahle Motorsport dem GT3 ein sequentielles Getriebe und den klangvollen M&MAuspuff. „In PS-Zahlen macht sich der Auspuff nicht wirklich bemerkbar“, so Kahle. „Aber beim Fahren merkt man den Unterschied deutlich – nicht nur in Bezug auf die Lautstärke. Das Ansprechverhalten des Motors ist viel besser. Und das sequentielle Getriebe liegt mir deutlich mehr als die ungewohnte H-Schaltung.“ Prompt fuhren der Rekordmeister und sein Copilot Schünemann ganz vorne mit. Wer vor der Rallye noch an der Leistungsfähigkeit des Porsche 911 GT3 zweifelte, wurde in der Vulkaneifel eines besseren belehrt. Mit sieben Bestzeiten war der Porsche im HS – Hamburger-Software-Look das schnellste Auto des Wochenendes. Dass es am Schluss nicht für Platz eins reichte, lag vor allem an Petrus, der 2008 kein Porsche-Freund war. Ein Schauer kurz vor dem Ziel spülte Hermann Gaßner auf Platz eins. Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 5,4 Sekunden auf Kahle und Schünemann. Der nächste Angriff der Porsche-Fraktion auf den ersten DRM-Sieg seit 25 Jahren sollte bei der Saarland-Rallye folgen. Nach den beiden Freitagsprüfungen sah es für Kahle und Schünemann gar nicht schlecht aus: Platz zwei mit nur 2,7 Sekunden Rückstand. Doch am Samstag mussten die GT3-Piloten endgültig feststellen, dass 2008 nicht ihre Saison sein würde. „Das Wetter war unglaublich. Samstags sitzt du im Auto und denkst, die Welt geht unter, und am Sonntag wachst du auf und es ist strahlender Sonnenschein.“, beschreibt Kahle kopfschüttelnd. „Es ist schade, dass wir nicht zeigen konnten, wie gut der Porsche wirklich ist. Bei allen fünf Rallyes hatten wir wechselhafte Bedingungen, da haben wir mit dem Antriebskonzept des 911 natürlich unsere Nachteile. Die Vorteile auf trockenem Asphalt konnten wir bei keiner Rallye richtig ausspielen. Mit ein bisschen Glück wäre mindestens ein Saisonsieg möglich gewesen.“ Aus sportlicher Sicht war die Saison für Matthias Kahle und Dr. Thomas M. Schünemann gelaufen – also wurde die Lausitz-Rallye als einzige Schotterrallye des Jahres zur spaßigen Herausforderung. Und so lautete die Devise, den Fans den Porsche auch auf Schotter zu präsentieren und zu beweisen, dass man selbst die harten Strecken im Tagebau im GTSportwagen meistern kann. Die Operation ist geglückt: Auf Platz acht der DRM-Wertung überquerte der GT3 unversehrt die Zielrampe. „In der Lausitz hatten wir nicht mal einen Reifenschaden“, erzählt der aus Görlitz stammende Kahle. „Wenn wir überhaupt von einem technischen Problem sprechen, dann nur von einer beschädigten Felge. Auf unsere sechs Zielankünfte bei sechs sehr schwierigen Veranstaltungen können wir sehr stolz sein.“ Von der Zuverlässigkeit des Porsche ist auch Dr. Thomas M. Schünemann beeindruckt. „Wir haben bei allen sechs Rallyes das Ziel erreicht, hatten absolut keine technischen Probleme und haben uns von Rallye zu Rallye in der Geschwindigkeit gesteigert. Das ist eine tolle Leistung im ersten Jahr. Und wenn man dann noch die Begeisterung der Fans wie bei der Lausitz sieht, können wir mit unserer Debütsaison zufrieden sein.“ |
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